Triff den Piloten: Bert Pot

09.06.2016

Bert Pot nimmt am Armprothesen-Parcours mit Touch Bionics teil.

Foto von Bert Pot mit seinem Motorrad

Bitte erzählen Sie uns etwas über sich. Wo wohnen Sie? Wie alt sind Sie?

Ich heisse Bert Pot, bin 53 Jahre alt und komme aus Groningen in Holland. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin begeisterter Motorradfahrer. Aber eigentlich begeistere ich mich für alles, was zwei Räder und einen Motor hat. Ausserdem arbeite ich gern mit Holz. Im November 2006 nahm mein Leben eine abrupte Wende: Ich verlor in einem Unfall meine linke Hand – ich bin Linkshänder. Mein erster Gedanke war, ob ich wieder würde Motorrad fahren können – rückblickend eine ziemlich seltsame Frage! Es fiel mir schwer zu akzeptieren, dass ich nun für die einfachsten Dinge auf andere Menschen angewiesen sein würde, zum Beispiel beim Schuhe Binden. Bald nachdem mein Stumpf geheilt war, begann ich mich um eine Prothese zu kümmern, um unabhängig zu werden. Ich experimentierte mit verschiedenen Prothesen und Schaftsystemen. Im Dezember 2008 entschied ich mich dann für die i-limbTM als meine neue Hand. Da ich am eigenen Leib erfahren habe, wie schwierig es sein kann, das eigene Schicksal anzunehmen und eine Prothese zu akzeptieren, unterstütze ich nun andere, damit sie das Leben wieder positiver sehen und ihre Situation verbessern können. Aus diesem Grund startete ich auch meine Website www.1-handed.com unter dem Motto: Dies ist nicht das Ende, sondern ein Neuanfang.

Wie und wann haben Sie erstmals vom Cybathlon gehört?

Ich hörte vom Cybathlon an einer Messe, und später erwähnte ihn auch ein Bekannter von mir. Da habe ich im Internet recherchiert, um mehr darüber zu erfahren. Ich habe mich riesig gefreut, als Touch Bionics mich anfragte, ob ich ihrem Team beitreten wolle.

 

Was hat Sie zur Teilnahme motiviert?

Für mich ist der Cybathlon eine persönliche Herausforderung, um mich selber zu pushen. Ich gehe gern an die Grenzen und will allen zeigen, dass alles möglich ist. Man muss es nur entschlossen anpacken.

 

An welchem Wettkampf nehmen Sie teil?

Ich nehme am Geschicklichkeitsparcours mit Armprothesen teil.

 

Wie sind Sie mit Ihrem Technologieteam in Kontakt gekommen?

Nach einem traumatischen Betriebsunfall 2006 musste meine linke Hand amputiert werden. Es war für mich nicht einfach, die richtige Prothese zu finden, und ich habe viel im Internet recherchiert. Dort bin ich auch auf Touch Bionics gestossen. Ihre individuell motorisierten Finger und vor allem der automatisierte Daumen waren ein grosser Fortschritt gegenüber dem, was ich vorher hatte. 2007 organisierten meine Techniker für mich ein Treffen mit dem damaligen Vertreter des Unternehmens, und nachdem ich meine i-limb schliesslich erhalten hatte, wurde ich als «Botschafter» für das Unternehmen tätig.

Kannten Sie sich schon vorher oder haben Sie sich neu kennengelernt?

Ja, wir kannten uns, denn ich bin schon seit rund sechs Jahren «Botschafter» von Touch Bionics. Ich besuche viele Messen mit ihnen und für sie und unterstütze die Mitarbeitenden bei Veranstaltungen in ganz Europa und darüber hinaus. Ausserdem biete ich ihnen an, mit neuen Benutzerinnen und Benutzern zu sprechen und ihnen von meinen Erfahrungen zu erzählen. Neulich hatten wir eine grosse Veranstaltung in Deutschland, wo ich an den Präsentationen teilnahm. Wir arbeiten gern zusammen, und das bekommen auch die Besucher jeweils mit. All dies ist Teil meines Lebens, und ich sehe mich als Mitglied der Touch-Bionics-Familie.

Wie funktioniert diese Beziehung? Haben Sie schon mit dem Training mithilfe der Technologie begonnen? Wie oft treffen Sie sich?

Seit ich Touch Bionics vertrete, sehe ich die Leute mehrmals pro Jahr. Wir haben eine sehr gute Beziehung und sind wie eine grosse Familie. Claudia und ich haben uns nun mehrmals getroffen und arbeiten zusammen, um uns für den Cybathlon zu verbessern. Ich freue mich darauf, am Cybathlon zu zeigen, was wir können und wie grossartig unser Teamwork funktioniert. Wir helfen einander, setzen uns für das Team ein und sind überzeugt, dass uns das stärker macht.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten am Cybathlon und was erhoffen Sie sich davon?

Ich finde es immer schön, Gleichgesinnten zu begegnen, denn das kommt beiden Seiten zugute. Man kann immer voneinander lernen, und es tut auch gut, zu sehen, dass man nicht allein ist. Besonders freue ich mich darauf, die i-limb in einem Prothesenwettkampf einzusetzen und alles zu geben, um für die Touch-Bionics-Familie einen Preis zu holen.

 
 
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